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Faszination Hydrokultur

 

Hydrokulturen, so wie wir sie heute verstehen, entstanden in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts und wurden in den 60ern und 70ern populär. Halt finden Pflanzen bei Hydrokulturen in einem anorganischen Substrat. Diese so genannten Füllsubstrate dürfen nicht faulen oder sich verdichten, dürfen auch bei Kontakt mit der Nährlösung nicht angegriffen werden. Oft dient der so genannte Blähton als ein solches Substrat, in das die Pflanzen eingewurzelt werden. Blähton existiert in Größen zwischen 2 und 16 Millimetern. Er ist relativ leicht und garantiert eine gute Wasser- und Luftdurchlässigkeit.

Anders als "Erde" fungiert die Haltgebende Substanz "Blähton" nicht gleichzeitig als Nährstofflager. Der Topf mit der Pflanze und dem Substrat steht stattdessen in einem Übertopf, in dem sich eine Nährlösung für die Pflanzen befindet. Diese Nährlösung besteht aus einer Mischung von Wasser und Dünger und dient gleichzeitig der Nährstoff- und der Flüssigkeitszufuhr. Ein kleines und einfaches Messgerät für den Stand der Nährlösung verhindert, dass die Hydrokulturen plötzlich nahrungslos dastehen. Die ausreichende Versorgung der Pflanzen mit Nährstoffen kann durch einen Flüssigdünger oder einen so genannten Ionenaustausch-Dünger gesichert werden. Letzterer gibt dem Wasser im Übertopf Nährstoffe und entzieht ihm gleichzeitig schädliche Salze.

Neben dem Blähton existiert als Haltgebende Substanz für Hydrokulturen beispielsweise das so genannte Hydrogel. Es ist ein in verschiedenen Farben existierendes Gel, in das Pflanzen wie in eine Nährlösung eingesetzt werden können. In gläsernen Gefäßen ergeben sich durch die Farben des Gels sehr schöne Effekte. Das Gel ist laut Herstellerangaben ungiftig und umweltneutral. Es zerfällt nach seiner Wirkzeit in Wasserstoff und Stickstoff und enthält bereits alle für die Pflanzen notwendigen Nahrungsstoffe. Die Betreiber der Internetseiten hydrotip und flowerdreams führten allerdings Tests mit dem Gel durch und kamen zu eher abschreckenden Ergebnissen. So schreibt hydrotip: "Die Bewurzelung funktioniert mit dem Hydro-Gel, aber die in der Werbung aufgeführte (Dauer)-Lösung für die Pflege von Pflanzen in Hydrokultur ist nicht gegeben."

Seramis ist ein Ton-Granulat, in das, wie auch beim Blähton, Pflanzen eingesetzt werden. Laut Informationen auf der Seite hydrotip.de handelt es sich bei Pflanzungen in Seramis-Tongranulat jedoch nicht um wirkliche Hydrokulturen. Die Pflanzen werden nämlich mit Wurzelballen in das Granulat eingebettet, dazu zählen die Wurzeln und die daran haftende, geballte Erde. Klassische Hydrokultur kommt hingegen völlig ohne eine organische Trägersubstanz wie Erde aus. Das Seramis-Granulat dient in erster Linie der Wasserspeicherung, während der Blähton der Weiterleitung von Luft und Wasser dient. In einem Artikel von hydrotip werden als Vorteil von Seramis unter anderem "verlängerte Gießintervalle" aufgeführt. Als Nachteil gilt dort die Gefahr einer möglichen Übernässung des Wurzelballens.

 

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